So berechnen Sie den CO2-Fußabdruck Ihres Unternehmens

Warum sollten Sie sich also für den CO2-Fußabdruck Ihres Unternehmens interessieren?
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So messen Sie den CO₂-Fußabdruck Ihres Unternehmens in 8 einfachen Schritten
Bei der Messung Ihres CO₂-Fußabdrucks summieren Sie im Grunde alle Treibhausgase, für die Ihr Unternehmen über einen Zeitraum von 12 Monaten verantwortlich ist. Die Gesamtsumme wird üblicherweise in Tonnen CO₂e (CO₂-Äquivalent) angegeben. Nutzen Sie diesen kompakten 8-Schritte-Leitfaden, um mit der Messung des CO₂-Fußabdrucks Ihres Unternehmens zu beginnen.
Schritt 1: Grenzen und Zeitraum festlegen
- Listen Sie die juristischen Personen, Standorte und alle Tochtergesellschaften auf.
- Wählen Sie Ihren 12-monatigen Berichtszeitraum (idealerweise Ihr Geschäftsjahr).
- Notieren Sie alle Ausschlüsse (und deren Gründe), um einen lückenlosen Nachweis zu führen.
Schritt 2: Emissionsquellen erfassen
Ihre Emissionen werden in drei große Kategorien unterteilt, die sogenannten „Scopes“.
Beginnen Sie innerhalb jedes Scopes mit einer pragmatischen Liste, die Sie tatsächlich messen können:
Scope 1
- Erdgas (oder andere Brennstoffe), die vor Ort genutzt werden
- Kraftstoff für firmeneigene Fahrzeuge
Scope 2
- Bezogener Strom (kWh erfassen; Ökostromtarife oder eigene Solaranlagen vermerken)
- Betriebseigene Elektrofahrzeuge
Scope 3 (hier sind einige wirkungsstarke „Einstiegsquellen“, die für die meisten Unternehmen relevant sind)
- Pendelverkehr der Mitarbeiter und Arbeit im Homeoffice
- Geschäftsreisen (Flug, Bahn, Straße, Hotels)
- Eingekaufte Waren & Dienstleistungen (beginnen Sie mit den wichtigsten Lieferanten/Kategorien nach Ausgaben)
- Abfall & Wasser
- Versand durch Dritte/Kurierdienste (falls zutreffend)
Tipp: Beginnen Sie mit den großen, wesentlichen Posten. Sie können den Umfang später erweitern.
Je nach Branche können weitere Quellen unter Scope 3 fallen. Wenn Sie beispielsweise Produkte verkaufen, sollten Sie die Emissionen berücksichtigen, die Ihre Produkte während ihres Lebenszyklus oder bei der Entsorgung am Ende ihrer Nutzungsdauer verursachen.
Schritt 3: Aktivitätsdaten erfassen (bestmöglich, nicht perfekt)
Sie müssen Daten sammeln, mit denen sich Ihre Emissionen schätzen lassen.
Hier finden Sie die benötigten Informationen schnell:
- Strom & Gas: Ermitteln Sie Ihren kWh-Verbrauch. Prüfen Sie Stromrechnungen, Vermieterabrechnungen oder Smart-Meter-Daten.
- Firmenfahrzeuge: Ermitteln Sie den Kraftstoffverbrauch in Litern (Benzin/Diesel) oder die zurückgelegten Kilometer. Nutzen Sie Telematikdaten, Fahrtenbücher, Tankbelege (für Literangaben) oder Leasingberichte.
- Geschäftsreisen: Ermitteln Sie die zurückgelegten Kilometer nach Verkehrsmittel. Diese Informationen finden Sie möglicherweise in Reisebuchungsportalen, Spesenabrechnungen oder Daten von Firmenkreditkarten.
- Pendeln & Homeoffice: Versenden Sie eine kurze Mitarbeiterumfrage, in der abgefragt wird, wie oft Mitarbeiter zur Arbeit pendeln (im Vergleich zu Homeoffice oder anderen Arbeitsorten), wie weit sie von ihrem Standort entfernt wohnen und welches Verkehrsmittel sie für den Arbeitsweg nutzen.
- Abfall: Suchen Sie nach der Menge an Abfall in kg, der vor Ort entsorgt wurde, und wie viel Prozent davon recycelt werden. Fragen Sie Ihren Vermieter, Entsorgungsdienstleister oder Facility Manager.
- Wasser: Achten Sie auf den Verbrauch in Litern oder m³. Dies ist normalerweise in Ihren Wasserrechnungen verfügbar.
- Eingekaufte Waren/Dienstleistungen: Sie können damit beginnen, Ihre Ausgaben für verschiedene Arten von Waren und Dienstleistungen zu betrachten und sich dabei auf ausgabenbasierte Schätzungen (rechnen Sie den Betrag mit entsprechenden Faktoren in CO₂e um). Sie können dies im Laufe der Zeit verfeinern, indem Sie spezifischere Daten von Ihrem Lieferanten anfordern (falls dieser seinen eigenen CO₂-Fußabdruck bereits erstellt hat) oder aktivitätsbasierte Daten verwenden (z. B. kg an eingekauftem Material anstelle der Ausgaben für Materialien).
Im Allgemeinen können Sie Ausgabendaten verwenden, um die meisten Emissionsquellen zu schätzen (sogar Dinge wie Stromverbrauch oder Reisen). Dies ist jedoch nicht immer genau. Beispielsweise kann die gleiche Menge Strom je nach Marktfaktoren stark im Preis variieren. Beachten Sie daher die folgende Datenqualitäts-Hierarchie: Aktivitätsbasierte Daten (am besten) → Lieferantenspezifische Daten → Ausgabenbasierte Daten (akzeptabel für eine erste Einschätzung).
Schritt 4: Wählen Sie Ihre Emissionsfaktoren
- Verwenden Sie eine offizielle, aktuelle Datenbank, um Ihre Daten in Emissionen umzurechnen (z. B. UK: DEFRA/BEIS; andere Länder haben ihre eigenen nationalen Inventare).
- Passen Sie den Faktor genau für Ihre Aktivität oder so nah wie möglich daran (z. B. kombinieren Sie Ihren britischen Energieverbrauch in kWh mit dem Faktor für britischen Netzstrom).
Emissionsfaktoren ändern sich von Jahr zu Jahr – wenn beispielsweise Stromnetze durch den Ausbau erneuerbarer Energien dekarbonisiert werden, verbessern sich die Netzfaktoren entsprechend. Achten Sie daher darauf, die Faktoren für das gleiche Jahr wie Ihre Daten zu verwenden. Wenn Sie mehrere Jahre berechnen, aktualisieren Sie die Faktoren für jedes Jahr.
Schritt 5: Berechnen Sie Ihre Emissionen
Für jede Quelle: Führen Sie ein Protokoll aller Annahmen (z. B. „Durchschnittliche Pendelstrecke angenommen: 12 km pro Weg, 3 Tage/Woche, 40 Wochen/Jahr“).
- Bestätigen Sie die Einheit Ihrer Aktivitätsdaten.
- Wählen Sie den passenden Faktor (gleiche Einheit, gleiche Geografie, gleiche Art).
- Multiplizieren, um tCO₂e zu erhalten.
- Summieren nach nach Scope (allgemein, Scope 1, 2 und 3) sowie detailliertere detaillierte zugrunde liegende Kategorie (z. B. „Strom“, „Flüge“).
Schritt 6: Lücken schließen und sinnvoll erweitern
- Falls Daten fehlen, schätzen Sie diese transparent (z. B. können Sie Ihren Energieverbrauch anhand der Quadratmeterzahl schätzen).
- Erweitern Sie Scope 3 dort, wo es für Ihren Sektor wesentlich ist (z. B. eingekaufte Waren und Dienstleistungen für Dienstleistungsunternehmen; Upstream-/Downstream-Logistik für Produktunternehmen).
Priorisieren Sie das, was groß und umsetzbar ist.
Schritt 7: Analysieren Sie Ihren Fußabdruck
- Hotspot-Analyse: Welche 3–5 Kategorien verursachen die meisten Emissionen?
- Kennzahlen berechnen: Emissionen pro Vollzeitäquivalent (FTE), pro Euro Umsatz oder pro versendeter Einheit – nützlich für die Zielsetzung bei schnellem Wachstum.
- Benchmarking: Vergleichen Sie sich mit Wettbewerbern oder öffentlichen Offenlegungen in Ihrer Branche (als Orientierungshilfe, nicht als exakte Wissenschaft).
Schritt 8: Fußabdruck berichten und reduzieren
- Legen Sie ein Basisjahr und erste Ziele fest (z. B. prozentuale Reduktion in Scope 1, 2 oder 3 sowie detailliertere Ziele für bestimmte Kategorien wie Energie und Reisen).
- Identifizieren Sie Reduktionsmaßnahmen (z. B. Energieeffizienz, weniger Dienstreisen), die speziell auf Sie und Ihre Emissionsschwerpunkte zugeschnitten sind. Gestalten Sie diese ambitioniert, aber erreichbar und realistisch.
- Weisen Sie Verantwortliche für Initiativen zu, um Verbindlichkeit zu schaffen (z. B. Beschaffung, Reiserichtlinien, Gebäudemanagement).
- Berechnen Sie die Emissionen jährlich neu, um den Überblick zu behalten; automatisieren Sie Datenflüsse, wo immer möglich.
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Drei Wege zum Ziel
Es gibt in der Regel drei Wege, den CO2-Fußabdruck Ihres Unternehmens zu messen. Welchen Sie wählen, hängt von den Anforderungen Ihres Unternehmens und meist auch von Ihren internen Ressourcen ab, da die Eigenleistung sehr zeitaufwendig sein kann.
Selbst durchführen
Vorteile: Geringe Kosten, maximaler Lerneffekt, volle Kontrolle.
Nachteile: Zeitaufwendig; Fehler bei Berechnungen oder Kategorisierungen sind leicht möglich; Risiken bei Berichterstattung / Greenwashing durch mangelnde Robustheit.
So gelingt die Umsetzung
- Verwenden Sie eine einfache Daten-Checkliste pro Quelle (siehe unten).
- Führen Sie ein Annahmenprotokoll und bewahren Sie Quelldateien (Rechnungen, Exporte) auf.
- Beginnen Sie mit Scope 1, Scope 2 und einigen wenigen wirkungsstarken Scope-3-Kategorien (Pendeln, Geschäftsreisen, Ausgaben bei Hauptlieferanten).
- Erwägen Sie eine einfache Vorlage zur Nachverfolgung von: Quelle → Aktivitätsdaten → Faktor → Ergebnis → Verantwortlicher → Nachweis.
Software + Support

Vorteile: Schnellere Datenerfassung (Umfragen, Integrationen), jahresspezifische Faktoren, automatische Kategorisierung, klare Prüfpfade, einfachere Wiederholbarkeit.
Nachteile: Abonnementkosten.
So gelingt die Umsetzung
- Buchhaltungssoftware anbinden
- Verwenden Sie integrierte Mitarbeiterumfragen für Pendlerwege/Homeoffice.
- Nutzen Sie Analyse- und Reporting-Tools, um den manuellen Aufwand zu reduzieren
Einen Berater engagieren
Vorteile: Fachkundige Beratung, Branchenkenntnis, Glaubwürdigkeit bei Stakeholdern, Unterstützung bei der Zertifizierung.
Nachteile: Höhere Kosten; kann zu komplex sein; zeitaufwendig durch manuelle Datenübertragung und Berechnung.
So gelingt die Umsetzung
- Stellen Sie frühzeitig saubere Datenexporte bereit und benennen Sie einen internen Koordinator.
- Fragen Sie nach einem Methodenprotokoll sowie ein Datenregister die Sie im nächsten Jahr wiederverwenden können.
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Team den Prozess erlernt, damit Sie mit der Zeit unabhängiger werden.
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FAQs
Ihre Fragen beantwortet
Wie beginne ich mit der Messung unseres CO2-Fußabdrucks, wenn ich keine vollständigen Daten habe (z. B. fehlende Rechnungen oder Reisekilometer)?
Beginnen Sie mit den besten verfügbaren Daten und dokumentieren Sie Ihre Annahmen. Verwenden Sie für Strom/Gas nach Möglichkeit die Rechnungen der letzten 12 Monate; falls diese fehlen, schätzen Sie den Verbrauch anhand der Grundfläche und typischer Nutzungswerte. Exportieren Sie für Geschäftsreisen Daten aus Ihrem Buchungstool oder von Kreditkartenabrechnungen; wenn Entfernungen unbekannt sind, schätzen Sie diese anhand typischer Routen oder verwenden Sie Durchschnittswerte pro Reiseart.
Führen Sie für das Pendeln/Homeoffice eine kurze Mitarbeiterumfrage durch (Bürotage, Entfernung, Verkehrsmittel, typische Homeoffice-Tage). Verwenden Sie aktivitätsbasierte Daten, sofern vorhanden; andernfalls nutzen Sie vorübergehend ausgabenbasierte Faktoren und markieren Sie diese für eine spätere Aktualisierung.
Wie erfassen wir hybrides Arbeiten – Pendeln und Homeoffice – ohne aufdringliche Datenerhebung?
Nutzen Sie eine schlanke Umfrage: übliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg, typische Bürotage pro Woche, ungefähre einfache Entfernung oder Zeitaufwand sowie typische Homeoffice-Tage. Wenden Sie Emissionsfaktoren für das Pendeln nach Verkehrsmittel an und schätzen Sie die jährlichen Fahrten basierend auf den Tagen pro Woche und den Arbeitswochen.
Für das Homeoffice können Sie einfach damit beginnen, die Stunden zu ermitteln, die Mitarbeiter zu Hause verbringen – Sie müssen keine aufdringlichen Fragen zur häuslichen Ausstattung stellen.
Halten Sie die Umfrage anonym, erklären Sie den Zweck der Datenerhebung und wiederholen Sie diese jährlich, um die Genauigkeit zu verbessern.
Wann sollte ich für Scope 3 ausgabenbasierte Daten gegenüber aktivitätsbasierten Daten verwenden und wie vermeide ich Doppelzählungen?
Bevorzugen Sie aktivitätsbasierte Daten (kWh, km, Liter, kg, Übernachtungen), wann immer dies möglich ist – sie sind genauer. Verwenden Sie ausgabenbasierte Faktoren für Kategorien, bei denen Aktivitätsdaten schwer zu ermitteln oder nicht vorhanden sind (z. B. professionelle Dienstleistungen), und stellen Sie diese im Laufe der Zeit auf lieferantenspezifische oder aktivitätsbasierte Werte um.
Um Doppelzählungen zu vermeiden, weisen Sie jede Transaktion genau einer eins Kategorie in Ihrer Kontenrahmenzuordnung (z. B. einen Flug nicht sowohl unter „Reisen“ als auch unter „eingekaufte Dienstleistungen“ erfassen). Führen Sie ein Annahmenprotokoll und ein Datenregister, das den Weg von der Quelle über den Faktor bis hin zu Scope/Kategorie dokumentiert.
Welche Scope-3-Kategorien sind für ein kleines Dienstleistungsunternehmen meist am wichtigsten und wie priorisieren wir diese?
Typische Hotspots sind Geschäftsreisen (insbesondere Flüge), das Pendeln der Mitarbeiter bzw. Energieverbrauch im Homeoffice, eingekaufte Waren und Dienstleistungen (vor allem Marketing, Cloud/IT, Software und Subunternehmer) sowie gelegentlich Abfall.
Priorisieren Sie nach a) voraussichtlichem Umfang (Ausgaben oder Verbrauch), b) Datenverfügbarkeit und c) Einflussmöglichkeiten (z. B. Reiserichtlinien, Lieferantenauswahl). Beginnen Sie mit 3–5 wesentlichen Kategorien, messen Sie diese präzise und erweitern Sie den Erfassungsbereich schrittweise.
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